Problemstellung
Das Zentrum für Eigentumsökonomik hätte
nicht ins Leben gerufen werden müssen, wenn die Gründer
nicht schon frühzeitig auf die Unzulänglichkeiten
der herrschenden Wirtschaftstheorien und ihre schwerwiegenden
Folgen gestoßen wären.
Erklärungsdefizite der übrigen Wirtschaftstheorien
Die Erklärungsdefizite der Wirtschaftstheorien sind
vielfältig, haben aber wohl nur einen Ursprung: Der
Universalitätsanspruch der Wirtschaftswissenschaft.
Während Ökonomen anderer Schulen das Wirtschaften
auch in der Steinzeit vermuten und diese Idee in einem Tauschparadigma
manifestieren, bestehen Eigentumsökonomen auf eine
differenzierte Analyse der gesellschaftlichen Institutionen.
Die Grundlage der geläufigen Wirtschaftstheorien –
der Tausch – ist theoretisch in allen Gesellschaftsformen
auffindbar, obgleich einschlägige wirtschaftshistorische
und -ethnologische Untersuchungen zeigen, dass es ihn tatsächlich
niemals gab.
Die Grundlage des Wirtschaftens – das die Vermögenshaftung
erst konstituierende Eigentum – kann in einer solchen
Perspektive nicht in Augenschein genommen werden.
Praxisfolgen
Die Folgen einer theoretisch unzureichenden Fundierung
zeigen sich auf vielfältige Art und Weise:
- Entscheidungsträger müssen sich regelmäßig
auf „Bauchentscheidungen“ verlassen, da der
gesunde Menschenverstand sich den theoretischen Ergebnissen
der herkömmlichen Wirtschaftstheorien intuitiv entgegen
stellt.
- Wirtschafts- und Währungskrisen können im
nachhinein festgestellt und auf ihre Ursachen hin „analysiert“
werden. An validen Prognoseinstrumenten fehlt es aufgrund
theoretischer Mängel aber.
- Gleiches gilt für Konjunktur- und Wachstumsprognosen,
die auf der Basis herkömmlicher Wirtschaftstheorien
erstellt wurden. Deren Ergebnisse lassen jede statistische
Signifikanz vermissen. Konjunkturszenarien weitestgehend
auf der Grundlage jüngster Vergangenheitsergebnisse
im Extrapolationsverfahren zu entwerfen, stellt denn auch
für Wirtschaftsentscheidungen kein geeignetes Fundament
dar, da es ja gerade die Veränderungen des konjunkturellen
Umfeldes sind, die relevant sind.
- Öffentliche Institutionen scheitern an ihren Aufgaben,
weil sie nicht auf eine adäquate Politikberatung
zurückgreifen können.
- Entwicklungsländern werden seit Jahrzehnten ergebnislose
„Anleitungen“ gegeben, die aber offensichtlich
den Drittwelt-Status dieser Länder nicht aufheben
können. Über dieses Versagen wird anschließend
mit großzügigen Entwicklungshilfezuweisungen
hinweggetäuscht. Wobei aber auch diese Transfers
keine fundamentale Situationsverbesserung bewirken, sondern
allenfalls im Transferzeitraum die Versorgung verbessern.
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